Befristung von Arbeitsverträgen bei Fußball Profis

Arbeitsverträge zu befristen ist ein schwieriges Unterfangen, insbesondere wenn mit einem Arbeitnehmer mehrere befristete Arbeitsverträge hintereinander abgeschlossen werden. Üblicherweise wandelt sich das Arbeitsverhältnis dann in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis und es kann schwierig werden, den Arbeitnehmer „wieder los“ zu werden.

Genau diese Rechtsmeinung vertrat auch Fußball-Profi Heinz Müller, der seit Juli 2009 als Lizenzspieler bei Mainz 05 in der Bundesliga beschäftigt war. Sein Arbeitsvertrag von 2012 enthielt eine Befristung bis zum 30.06.2014 mit der Option, den Vertrag bis zum 30.06.2015 zu verlängern, wenn er in der Saison 2013/2014 mindestens in 23 Bundesligaspielen eingesetzt würde. Nach dem zehnten Spieltag verletzte sich Müller jedoch und wurde zunächst verletzungsbedingt nicht mehr eingesetzt, später wurde er dann der zweiten Mannschaft von Mainz zugewiesen.

Mainz und Müller stritten sich letztendlich vor den Arbeitsgerichten über die Frage, ob der Arbeitsvertrag tatsächlich zum 30.06.2014 sein Ende gefunden hatte und ob ihm noch weitere Prämienzahlungen zustanden.

Letztendlich musste sich das Bundesarbeitsgericht mit der Frage beschäftigen, ob die im Profi Sport befristeten Arbeitsverträge zulässig sind. Man stelle sich die Konsequenzen vor, wenn ein Thomas Müller nach Ablauf seines Vertrages seine Weiterbeschäftigung einklagen könnte!

Letztendlich hat das Bundesarbeitsgericht mit Urteil vom 16.01.2018 diesem Ansatz eine Absage erteilt und festgestellt:

Die Befristung des Arbeitsvertrags ist wirksam. Sie ist wegen der Eigenart der Arbeitsleistung nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 TzBfG gerechtfertigt. Im kommerzialisierten und öffentlichkeitsgeprägten Spitzenfußballsport werden von einem Lizenzspieler im Zusammenspiel mit der Mannschaft sportliche Höchstleistungen erwartet und geschuldet, die dieser nur für eine begrenzte Zeit erbringen kann. Dies ist eine Besonderheit, die in aller Regel ein berechtigtes Interesse an der Befristung des Arbeitsverhältnisses begründet.

Urteil des BAG vom 16.01.2018, Az.: 7 AZR 312/16
Pressemitteilung des Bundesarbeitsgerichts